Ein Zirkusbericht

Hallo Welt!

Die meisten werdens mitbekommen haben: In den vergangenen Wochen ging ich Tag ein Tag aus in den Volkspark Potsdam um beim Circus Montelino mein Praktikum zu machen. Da ich dieses Praktikum strebermäßig voll und ganz freiwillig und zusätzlich zum Studium gemacht habe, konnte ich mir so störende Aufgaben wie Praktikumsberichte sparen. Doch auf speziellen Wunsch meiner nun leider ehemaligen Chefin, schreibe ich nun auch noch einen voll freiwilligen Bericht über die Zeit, die ich beim Zirkus verbringen durfte. Und vorweg sei gesagt: Es war wirklich ganz zauberhaft! Angefangen mit einer Eltern-Kind-Woche, in der wie man sich bei der Bezeichnung vielleicht schon denken kann, Eltern mit ihren Kindern Zirkusfaxen machen konnten. Verschiedenste Workshops wurden angeboten und ich durfte mich unter die Teilnehmer mischen und mich in verschiedensten Disziplinen ausprobieren. Entgegen meiner Natur begab ich mich in den Jonglage-Workshop. Eine Kunst, wo man mit reichlich Geduld ausgestattet sein muss, was bei mir leider nicht der Fall is. Doch habe ich gelernt, mich auch mit zwei Bällen wunderbar zu beschäftigen (und inzwischen klappts manchmal zufällig auch, mit drei Bällen umherzuwirbeln). Der Diabolo-Workshop war da eher was für mich. Hat man den Dreh (im wahrsten Sinne (haha)) erstmal raus, kommt man relativ schnell zu kleinen Erfolgen. Kleine Erfolge, die einem das Gefühl geben, vielleicht schon morgen der neue Star am Diabolo-Himmel zu sein. Schon in dieser ersten Woche durfte ich ein Warming-up gestalten. Pseudoselbstbewusst behauptete ich, dass ganz selbst verständlich und total gerne und locker zumachen. In Wahrheit hatte ich ganz schön Muffnsausn. 40Teilnehmer im Alter von 5 – 65 Jahren anzuleiten, war schon was anderes als in der FH Kommilitonen anzuleiten. Aber erstaunlicherweise, lief alles lässig und macht mega Spaß! Die zweite Woche war der Mädchentreff Zuckerschafe* da und besuchten Workshops. 7 Mädelz auf zwei Trainerinnen und zwei Praktikantinnen. Das war dann etwas ruhiger, als die Woche zuvor. Da nicht sooo viele Zeugen vor Ort waren habe ich es auch gewagt, mal n bisschen am Trapez abzuhängen. Und Freunde ich sag euch eins: Holla, war das hoch! Und denn hängste da Schweinebaumel mäßig und auf einmal heißt es: „So, ein Bein und ein Arm weg von der Stange und nun: schön aussehen!“ ANGST. Nun ja, die Mädchen waren zwar hin und wieder etwas schwierig zu motivieren und manchmal gab es einige Zankereien, aber bei der am Ende der Woche stattfindenden Vorstellung, bei der ich Licht und Musik fahren durfte (in Wahrheit bin ich nämlich eine unglaublich begabte Veranstaltungstechnikerin), war ich einfach nur gerührt. Alle sahen süß aus und haben sich so GROẞE Mühe gegeben und ich lüge nicht wenn ich sage, dass ich durchweg Gänsehaut hatte!
Dann war ne Woche Pause -nicht weiter erwähnenswert. Doch DANN! Dann kamen zwei Ferienwochenkursdingse. Eltern konnten ihre Kinder für eine Woche anmelden, damit se nicht nur vorm Fernseher hockten und dann wurden auch wieder verschiedenste Workshops angeboten. Natürlich nur total coole Sachen wie Kugellaufen, Diabolo spielen, Einrad fahren und so weiter. Und da stellt n Mädel doch echt die Frage, ob nich auch n Clownsworkshop gemacht wird. Taff meinte Frau Chefin, dass müsse man nochmal besprechen. Und dann (man stelle sich an diese Stelle gerne einen kleinen Tusch vor) wurde ich gefragt, ob ich da nicht zwei kleine Nachmittagseinheiten machen wolle. Ich war zwar leicht ahnungslos, was ich mit denen machen sollten, aber natürlich hatte ich volle Lotte Lust! Und ich muss sagen: es war einfach nur entzückend. Meine kleinen Clownies sind sogar bei der Vorstellung am Ende der Woche aufgetreten und waren niedlich als auch lustig. Ich war soooooo stolz! Natürlich gab es für diese Leistung eine Clowns-Urkunde.. an der hab ich lange lange gebastelt, oh ja! In der folgenden Woche drufte ich wieder ran. Der Clowns-Workshop sollte nun ganztägig stattfinden. Wahnsinn! Doch für diese Aufgabe bekam ich einen Kollegen an die Seite. Gemeinsam haben wir die Woche gerockt. Die Clowns der Woche machten einen Tanz und kündigten die anderen Nummern an (→ sprechen beim Einatmen: ausprobieren! Das macht Laune!). Und natürlich sahen sie zum knutschen aus! Julika war wieder stolz wie Bolle! Um einiges ruhiger wurde dann meine letzte Woche. Ich wurde wieder zur Beobachterin und probierte mich wieder ein bisschen mit dem Diabolo aus. Das wurde mir auch prompt zum Verhängnis. „Jule kannst du mit Annabell* auftreten? Das wär doch super!“ Total prima. Mich am letzten Tag (!!!!) noch mal schön blamieren: top! Ich war soooooooooooo aufgeregt. Ihr könnts euch nich vorstellen. Aber unser Auftritt war megacool (selbstverständlich). Knallrot wurde ich dann, als ich nach der Verbeugung nicht abgehen durfte, sondern ich ganz offiziell vor Publikum in der Manege verabschiedet wurde und die Zirkusmeisterin persönlich auf mich zu kam, mich drückte und mir ein nigelnagelneues Diabolo überreichte. Gänsehaut!!!!! Und ich wurde echt wehmütig und so, dass es das jetzt gewesen war. Also wer zu viel Zeit hat, dem kann ich ein Zirkuspraktikum nur ans Herz legen!

Und nun is aber och jut! Dit war der megacoole Praktikumsbericht! Witzig, wa?

Dicke Drückerein!!

Eure Julika Tulipa

Soundtrack: Klee „Jelängerjelieber“

* Namen von der Redaktion geändert

N Tach für die Jötta

Hallo Welt!

Ich bin entzückt. Einfach nur entzückt! Ich befinde mich auf der Rückfahrt von einem Kurztrip nach Münsterchen und Lingen und will jetzt einfach nur nach Potsdam um mit meiner Freundin einen Wochenendurlaub zu machen. Aber natürlich läuft nichts, aber auch komplett überhaupt nichts so wie geplant. Der Zug von Lingen nach Rheine kam mit einer Verspätung von 5 min. Damit kann man leben -davon geht man ja sogar aus (alles andere wäre ja nun wahrlich spießig.). Dann sollte es eigentlich weitergehen mit dem Regio von Rheine nach Hannover und von da sollte wunderbar passend zur Ankunft meines Zuges eine Mitfahrgelegenheit nach Potsdam losfahren. Ich hatte das so schön geplant, aber so wie ich in Rheine ausstieg, nahm das Schicksal seinen Lauf. Ich dachte meine Mutti scherzte, als sie mir am morgen eine Nachricht schrieb mit den Worten Osna sei unter Wasser. Aber ganz so falsch lag sie da scheinbar nicht. Mein Zug nach Hannover fiel aus -so wie alles was Richtung Osnabrück wollte. Nun stand man da in Rheine. Die Servicekräfte vom Deutschen Zug* waren auch sichtlich überfordert („Also eigentlich hätten schon längst Ersatzbusse hier ankommen müssen. Weiß nich..“). Dann kam, im strömenden Regen Tatsache ein Ersatzbus. Man wollte schon erleichternd Seufzen. Doch jenes Seufzen blieb einem glatt im Halse stecken, als der Busfahrer völlig lässig meinte, er wüsste jetzt auch nicht so genau, wo er nun hinfahren solle („Also mir wurde gesagt ich soll nach Ibbenbüren fahren. Keine Ahnung wer da nach Osnabrück fährt“). Reizend, dachte ich mir, aber bevor ich klitschklatsch nass wurde, ließ ich mich halt nach Ibbenbüren kutschen. Natürlich war kein Platz in Fahrtrichtung mehr frei. Meine ansteigende Nervosität bekam nun also noch Gesellschaft von einem flauen Gefühl: Reisekrankheit. In Ibbenbüren angekommen wusste der Busfahrer noch immer nicht, ob er nun zurück oder weiter nach Osnabrück fahren sollte. Doch irgendein Gerücht entpuppte sich als Wahrheit, dass eine kleine Bummelbahn nach Osnabrück fahren würde. Grandios. Ich kam in Osnabrück an, aber so richtig weiter wusste ich dann auch nicht. Immerhin war ich schon zwei Stunden unterwegs und bin vielleicht 80km weit gekommen. Nach einem kurzen Flirt mit einer Schaffnerin durfte ich dann mit einem IC bis Hannover mitfahren. Das fand ich schon mal ganz nett. In der Zeit versuchte meine Freundin Frau Rakete* eine neue Mitfahrgelegenheit aus Hannover zu organisieren. Sie fand eine, auf die ich „nur“ eine dreiviertel Stunde in Hannover hätte warten müssen. Ich tat es auch. Ich wartete geduldig. Doch nachdem er bereits 20min Verspätung hatte und auch nicht an sein Handy gehen wollte, war ich den Tränen schon nahe. Dann kam ein Mann auf mich zu: „Warten Sie auf ihre Mitfahrgelegenheit?“ Ich atmete auf. Alles war verziehen! „Ja, sind Sie Henry*?“ „Nein! Nach Köln??“ Nein, nicht nach Köln. Berlin verdammte „!§“§$%&/()=!!!!!! Ich rief Christl an. Sie sollte mir eine neue Mitfahrgelegenheit suchen. Christl fand, doch stellte sich dieser Fahrer ebenfalls als Pappnase heraus. („Ach du wartest in Hannover?! Nee, ich fahr jetzt erst aus Bremen los!“). Und nun habe ich doch die 40Euronen in einen IC investiert, in dem ich vor dem Klo aufm Boden sitzen kann und alle 4Minuten aufstehen darf um allmögliche Leute durchzulassen -was auch immer die die ganze Zeit im Zug hin und her latschen müssen. Aber gut. Regen wir uns nicht auf -das gibt nur Falten. Zu allem Überfluss is nur leider mein Laptopakku gleich leer, womit es das mit der Beschäftigungstherapie auch gewesen sein dürfte.

Aber in Ordnung -genug gelitten!
Ich bin bestimmt bald zu Hause -vorausgesetzt mein Roller wurde in Potsdam nicht in den letzten zwei Tagen geklaut.

Miau mio! Ich drücke euch janz mega doll!!

Eure Julika Tulipa

Soundtrack: „Ähm Entschuldigung kann ich mal…“ ruckel rüttel rüttel Tür auf Tür zu „Tschuldigung…“

*Namen von der Redaktion geändert.

Wenn du hier eh nur rumstehst, kannste dir och ne CD anhörn

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Hallo Welt!

Neulich hatten wir Besuch aus der Fahrradstadt Münster, wo ich während der Nicht-vorlesungsfreien-Zeit auch wohne. „Julian Gerhard und Band“ gaben im zauberhaften Potsdam ein Konzert. Auf Julians Frage ob ich ihn und die Bande denn wo unterbringen könne, sagte ich instinktiv erstmal ja, ohne genauer drüber nachzudenken, wem ich die vier Knaben tatsächlich zumuten könnte. Und so kam es dann dazu, dass ich sie einfach zu meinen Eltern in Werder(Havel) einquartierte. Meine liebe Frau Mama bekam sogar eine CD der Kombo geschenkt. Kaum hat die Band Hotel Zimmermann wieder verlassen, forderte meine Mutti meinen Vater auf Kaffee zu kochen, denn jetzt würde sich erstmal die CD angehört werden. Folgende Kommentare gab es zu den einzelnen Liedern:

Titel 1 „irgendwas was geld bringt“
..
ja, sehr romantisch.. Erinnert mich son bisschen an Gerhard Schöne -an „Oma lass uns schaukeln“. Is genau die selbe Musik.
1.35min
Und uffeenmal jehts los, da kommt die Rasselbande.. Dabei fings so schön an…
2.55min
Immer diese Luftholpausen..
3.15min
Und jetzt kommt bestimmt wieder die Melodie vom Anfang.. Ach nee, is vorbei.

Titel 2 „wenn einer von uns stirbt, zieh ich nach italien“
Schöner Rhythmus …so spielt Pfarrer Becker* och immer.
2.25min
Wie? „unfake“?? Wie hat er sich gefühlt?

Titel 3 „du mein hypnotikum“
Hört sich an wie Gruppe „Orion“ oder „Lift“.
Voll dit schnelle Tempo. „Schnell weg da, weg da, weg. Ich habe keine Zeit“.
1.11min
Is schon n neuet Lied? …nee..
Dit sind so Musikstile der DDR-Zeit. Süß! .. Naja.. Ick kenn mich ja mit Rockmusik nicht aus.
2
.12min ..und jetzt jehts wieder los… Ich möcht sagen, manchmal is der Schlagzeuger zu laut. Ick kann den Text janich verstehn.

Titel 4 „wer will schon mit jemanden zusamm’ sein, der so wohnt“
Kann dit sein, dass dit son bisschen Punk is? Er hat „Sterbebett“ gesungen und denn kamen die Punker.. Dit erste Lied war bis jetzt am schönsten.

Titel 5 „hans asplung song“
2.20min
Wattn jetzt los?
Schon der Titel lässt einen fragen, wat dit soll.

Titel 6 „tragweite“
Fängt sehr schön an -muss man schon sagen. So sollte dit NUR sein. Der erste Teil is immer schön und denn… oh. Fertig. Bestes Lied!

Titel 7 „das letzte mal hab’ ich mich gemeldet. nein?“
Dit is och schön.

Titel 8 „lichtmaschine“
-

Titel 9 „bleib bleib bleib“
Hatten wir dis nich schon?

Titel 10 „loskommen“
Iieh, dit Jequitsche beim Greifen.. wie wenn jemand so anna Tafel ritzt.. Aber dis is in ne?

Für die Menschen die nun etwas Neugierig geworden sind: Hier die Weblinks von Julian Gerhards Homepage und der MeinRaum*-Seite.

http://juliangerhard.de
http://www.myspace.com/jonaskoehl

Zum Schluss sei noch gesagt: Wundert euch nicht über die Titel. Meine Mutti hat sich auch gefragt, was die mit den Liedern zutun haben („Ich hab immer auf die entsprechende Textzeile gewartet, aber .. kam nich.“).

Ich umärmel euch!!

Und DANKE an Mutti, die sich für keinen Scherz zu schade is!

Eure Julika Tulipa

Soundtrack: Julian Gerhard „wenn du hier eh nur rum stehst, kannst du auch auf die jacken aufpassen“

P.S. Schreibt man „rumstehen“ nicht zusammen? :P ..Aber ick brauch mich ja gar nich melden..

*Namen von der Redaktion geändert

Eigentlich

Hallo Welt!

Eigentlich wollte ich Hausaufgaben machen. Aber ich hab eine Blockade. Eine Schreibblockade. Und ich dachte, es würde mir vielleicht helfen, wenn ich einfach mal über was anderes schreiben würde. Und nein! Es hat nichts damit zutun, ob ich mich eventuell einfach nur ablenken will. Nein, da gibt es wahrlich andere Möglichkeiten. Ich habe sie alle heut schon ausprobiert. Ich habe mir neue Schuhe gekauft, ich habe meinen BaföG-Antrag ausgefüllt und mit einem ausgedehnten Spaziergang zur Post gebracht. Ich habe die Küche aufgeräumt und anschließend 15min aus dem Fenster geguckt. Ich habe mich darüber informiert wo ich meinen kaputten Camcorder einschicken kann und sogar schon die Adresse raus geschrieben. Ich habe das Kinoprogramm für nächste Woche auswendig gelernt (nächsten Donnerstag sind Leo und ich endlich wiedervereint). Ich habe niedliche Eichhörnchen bei schkaip an alle die online kamen verschickt und auf Reaktionen gewartet (Eine Auswahl an Antworten: „Hihi“ „:mooning: :moon: ähhh neee (mooning)“ , „Pups“, totales ignorieren, „wasn?“). Ich habe mir vergangene Folgen von der Soap in der viel passieren wird angeguckt und mir dann mein Motivationskäffchen gemacht, nachdem mir trotz Onlineaufruf niemand einen ans Sofa gebracht hat. Und nun sitze ich hier. Motivationskäffchen is schon so gut wie leer und ich werde langsam müde. Vielleicht sollte ich ein klitzekleines Schläfchen halten… Nein. Nein, das geht absolut nicht. Kann mir nicht jemand mit irgendwas drohen? So was wie: „Hej, wenn du nicht, ..dann! DANN!“
Das bräucht ich jetzt. So ‘ne schöne saftige Drohung!

Kommt lasst mich nicht hängen! Ich zähl auf euch!

Eure Julika Tulipa

Soundtrack: Radioirgendwas aus der Küche schallend

Pinki is wieder am Start

Hallo Welt!

Eigentlich wollte ich einen ganz anderen Text schreiben, als den den ich jetzt schreiben werde. Eigentlich sollte dieser Text eine Art Loblied auf den einzig wahren Computergott in Lingen werden. Ein Loblied auf den Mann, der die kleinen rebellischen Läppis von heute versteht, der ihre Sprache spricht und der es geschafft hat, das mein kleiner Pinki (ja ich habe meinen pinken Laptop kreativer Weise Pinki genannt) und ich uns wieder vertragen haben. Nun gut, man kann nicht unbedingt sagen, wir hätten gestritten -ich denke es war einfach ein Missverständnis. Pinki wollte verrückte riesengroße Pakete auspacken und hat dabei halt n bisschen getrödelt -soooo sehr getrödelt, dass ich dachte er wäre eingeschlafen.. Ich sagte zu Mr. Computerversteher: „Pinki hat einfach nichts mehr gemacht, hat einfach nicht weiter ausgepackt!“ „Aha!“ sagte mein Paartherapeut und blickt verständnisvoll zu Pinki „Hat er wirklich nichts mehr gemacht? Oder dachtest du nur, dass er nichts mehr macht? Vielleicht hat er was gemacht, was du nicht mitbekommen hast. Weißt du, er war halt einfach noch nicht soweit.“ Ich verstand. Ich hab ihm nicht die Zeit gegeben die er brauchte und überrumpelte ihn mit einem zickigen völlig übertriebenen Neustart. Wie Läppis so sind, wenn ihnen was nicht passt, werden se bockig und reden nicht mehr mit einem. Und darin sind sie sehr ausdauernd. Mein Therapeut sprach von Dingen, die ich nicht verstand, aber Pinki. Pinki schien zu verstehen. Lange plauderten der Läppiflüsterer und mein kleiner Schlepptop über irgendeinen Commander und über Bootdingsen und Python, div und movs-irgendwasse. Ich lies die beiden allein. Anscheind gab es ne Menge zu besprechen. Und dann bekam ich den erlösenden Anruf. Ich durfte Pinki wieder mitnehmen, er war nicht mehr sauer und wir sind wieder vereint. Das macht mich froh.
Und nun sollte der Text eigentlich sowas ganz verrücktes Quelltext-mäßiges werden, aber besonders weit bin ich nicht gekommen. Es sollte ungefähr sowas werden:

head>

<title>Pinki und Julika in Love </title>

<meta http-equiv="Content-Type" content="text/dingsbums; charset=XY-hastenichgesehn" />
<meta name="description" content="Wie ein Pinki und ich wieder zusammenfanden“
<python -.- hä? Schlangen? &*§/§“(()!=)“&§8§9!(?! blabla ??????
<div div div mov keine ahnung

Naja aber am Ende siehts womöglich so aus, also würde ich die ganze Sache nicht ernst nehmen oderso. Und dem is ja auf keinsten so!

In diesem Sinne: Seid nicht so ungeduldig mit euren technischen Freunden, sie geben ihr Bestes!

Liebe Grüße und Küsse und Liebkosungen und so weiter!

Eure Julika Tulipa

Soundtrack: FM Belfast


Maul und Clownseuche

Hallo Welt!

Verrückte Dinge geschahen vergangenen Montag im kleinen Lingen an der Ems. Die Nerven der Lingener Bevölkerung wurde mal wieder auf die Probe gestellt, denn wir hatten Präsentationen im Fach „Sprachliches und performatives Gestalten“ -diesmal im öffentlichen Raum. Meine Truppe hatte sich unter dem Thema „Massenhysterie“ eine feine Sache ausgedacht. Gegen 11 Uhr gingen wir zu fünft ins Shoppingparadies Lingens um Flyer auszulegen. Drauf zu sehen: ein Mensch mit Clownsnase. Über dem Bild stand: GESUCHT! Und drunter wurde auf die Gefahr, die von dieser Person ausging, aufmerksam gemacht. Gegen 12Uhr ging ich alleine ins Center um erneut Flyer auszulegen. Anschließend verschwand ich auf die Toilette und verwandelte mich blitzschnell wie die berühmten Superhelden in .. in einen Clown. Nase auf und los gings. In 15min sollten mich 4 Leute mit weißen Overalls und Mundschutz jagen. Solange konnte ich mich ein bisschen in den Läden aufhalten und mich mit den Menschen anfreunden. Überall haben die Leute nun schon die Flyer gesehen, auf denen ich als gesucht gemeldet war. „Es ist äußerste Vorsicht geboten!“ So so.. Eine Frau hielt den Flyer soeben in der Hand. Über ihre Schulter blickend, schaute ich auf das Bild das mich darstellte. Ohne mich zu bemerken ging diese Frau in den Friseur und sagt: „Haha da schaut Mädels, ihr müsst nach nem Clown Ausschau halten. Der wird gesucht!“ Skeptisch blickte die Friseurin an ihrer Bekannten vorbei direkt in mein Gesicht. Sie erkannte mich sofort. Mit deutlichen Handbewegungen gab ich ihr zu verstehen, mich nicht zu verpfeifen. Sie tat es nicht und lies ihre Bekannte weiter über den Flyer plappern. Die Gute! Andere waren weniger kameradschaftlich. Hier und da ertönte nach kürzester Zeit „Da issa!“ „Da is der Clown!“ Mit Finger auf mich zeigend standen sie da und warteten darauf nen Preis zu bekommen. Auch ihnen versuchte ich mit Finger vor den Mund deutlich zumachen, dass sie mich doch bitte nicht verpfeifen sollten. Die Verkäufer, als auch Kunden im Buchladen zeigten sich als äußerst kooperativ. „Wenn Sie gefragt werden: Ich war nicht hier!!“ flüsterte ich laut über die Theke. „Okay!“ flüsterten sie zurück! Sie haben ihr Wort gehalten. Aber ich hatte es dennoch schwer genug. Die Putzfrau lauerte mir auf. „Das ist nicht mit der Leitung abgesprochen! Die Managerin sucht sie bereits!“ „Was? Ich werde gesucht???“ fragte ich entsetzt und blickte auf eins der „GESUCHT“-Poster mit meinem Gesicht drauf. Oh ja! Ich wurde gesucht. Von der Managerin! Ich sprintete die Treppen des Buchladens hoch, schnappte mir eine Werbezeitschrift und hielt sie mir vors Gesicht, als würde ich lesen. So würde man mich nicht so schnell erkennen. Mit der Zeitung vor der Nase schlich ich wieder nach unten. Wenn ich nur gewusste hätte, wie die Managerin aussah, hätte mir das auch schon geholfen. Doch dann sah ich auch schon erste Menschen aus der FH und dann sah ich „sie“! „Sie“ -die weißen Leute. Und ich wußte: Der Feind konnte nun ein jeder sein. Ich hörte die Rufe “Habt ihr ihn?“ – „Nein! Habt ihr ihn?“ – „Nein!“ „Ist er das??“ – „Ist er das??“ .. Mehr hörte ich nicht denn ich war auf der Flucht. Schritte hinter mir, irgendjemand packte mich an der Hüfte ich konnte gerade so entkommen. Ein Kind stellte sich mir in den Weg und dahinter sah ich eine auffällig gut gekleidete Frau mit der Putzfrau quatschen: die Managerin! Mit der Zeitung in der Hand setzte ich mich unauffällig -als würde ich lesen- neben zwei Eis schleckenden jungen Männern. Ich machte sie darauf aufmerksam, dass gar nichts sei und beobachtete aus dem Augenwinkel die Frau mit den schwarzen Pumps, den schwarzen knielangen Rock, der gelben Bluse und den dunklen zusammengeknotetem Haar. Sie wusste wer ich bin, sie wusste, dass ich die gesuchte Person bin. Aber sie schien mich zu fürchten, denn sie wagte es scheinbar nicht, mich beim lesen zu stören. In dem Moment versuchte eine Frau mich zu fotografieren (tzz, Reporter). Die Managerin ging auf sie zu, um sie zu ermahnen, dass man in diesen Passagen nicht fotografieren dürfe. Das war meine Gelegenheit abzuhauen. Schwupp weg war ich. Ich rannte zur nächstbesten Passantin in einem Kleidungsladen. Ich drückte ihr die Nase in die Hand. „Einfach hochhalten und alles wird gut!“. Das wars. Ich war kein Clown mehr. Keiner konnte mir mehr was. Die weißen Overalls entfernten mit einer Zange die Nase aus dem Umfeld der Zivilisten. Sie wussten, was nun zu tun war. Ich setzte mich zu den Eis schleckenden Männern, sie erkannten mich nicht. Niemand erkannte mich. Für diese Menschen war ich einfach nur irgendein Mädchen.

In der FH erzählte mir eine Kommilitonin davon, wie sehr es ihr Spaß gemacht hat und dass sie voll den Ehrgeiz hatte, den Clown zu fangen. Ich fragte sie „Warum?“ -“Na weil der Clown gefährlich war!“ – „Was hat er denn getan?“ – „Keine Ahnung! Aber das stand doch auf den Zetteln! ..Dass der böse war!“ Ich nickte.

Liebe Grüße und dicke fette Umärmlungen plus extra Knutschas nach Potsdam und Umland!!

Eure Julika Tulipa

Soundtrack des Abends: Manu Chao „Clandestino“

Norderney

Hallo Welt!

Was geschieht auf Norderney? Auf meinem neuen Schulweg von Münster nach Lingen, begegneten mir zum wiederholten Mal Gruppen von 4-5 Frauen auf den Weg nach Norderney. Frauen, wie wir sie aus Romanen von Gaby Hauptmann kennen (oder besser: wie ich mir Frauen aus Gaby Hauptmann Romanen vorstelle). Zwischen 45-54 Jahre, viel Gepäck, mit dem sie annähernd perfekt umzugehen wissen, bei bester Laune, weil ohne Männer und Sektchen! Angekommen im Zug (natürlich mit ganz viel Glück, weil Xy wieder getrödelt hat), wird erstmal kurz verschnauft, bis dann aber die Plastikgläser und die Sektfläschchen raus geholt werden. Fröhlich stoßen sie an und glucksen Floskeln wie: „Ach uns geht’s wohl gut!“ und „ …das wurde Zeit: mal weg von den Männern“ . Stichwort Männer: „Ach Mensch siehste: da ruf ich doch gleich mal Karl-Heinz an, dass wir den Zug bekommen haben.“ Während die eine mit Karl-Heinz telefonierte, sprach eine andere mehr zu sich, als zu den anderen „Nee also, Peter ruf ich erst an, wenn wir angekommen sind.“ Nach dem Telefonat kurze Auswertung: „Und, was sagt er?“ Bis es dann überging zu den wirklich wichtigen Dinge: „ Sagt mal, kann mir dann eine von euch ihren Föhn leihen?“ Es stellte sich dann heraus, das keine von ihnen einen Föhn bei hatte. „Na ich dachte ich nehm dann auch einen von euch!“ „Ich meine im Hotel werden sie welche haben!“ Diese Antwort beruhigte alle, was unter lautem Lachen ein erneuter Grund zum anstoßen war. Hektisches Hin und her-blicken „Kommt schon der Schaffner? Man darf ja nicht mehr im Zug trinken“ „Ach was. Erzähl nich“.
Schnell wurde noch auf Norderney angestoßen um dann zügig alle Beweismittel zu verstecken.
In der Atomkraftwerk-Stadt Lingen, stieg ich aus. Ich will auch mit meinen Mädels, kurz vor knapp den Zug kriegen und mit Sekt anstoßen und froh sein, mal ohne Männer weg zu sein. Ich will auch nach Norderney. Wer kommt mit?

Fette Frühlingsgrüße aus der Fahrradstadt Münster! Ich knuddel euch!

Eure Julika Tulipa

Soundtrack der aktuellen Stunde: pupkulies & rebecca

Ostergrüße

Hallo Welt!

Die Sonne lacht, ich hab bis Mittag geschlafen, Frühstücksbrötchen sind im Ofen, Latte-Macchiato-Joghurt wartet auf mich und nach einem lässigen Frühstück und einer ausgiebigen Dusche, wird sich aufs Fahrrad geschwungen und nach Werder(Havel) geradelt. Alles perfektomato!
Ich hoffe euch gehts ebenso fein!

FROHE OSTERN, ihr Lieben!!!

Eure Julika Tulipa

Sondtrack des Morgends: Radio uno*

*Name von der Redaktion geändert

Monetarisierung

Sorry für die Unannehmlichkeiten, aber das Blog muss ein bisschen Kohle abwerfen.

April, April!

Schildkrötenspaziergang

Hallo Welt!

Der Frühling kehrt ein, ist das nicht schön? Prompt ist auch der Schnee von meinem Blog verschwunden. Die Sonne scheint, die Vögel piepen -das schreit doch förmlich nach einem ganz entspannten Spaziergang. Im Rahmen des Moduls „Kreatives Schreiben“ durften wir einen gemütlichen Spaziergang machen, aber nicht alleine, sondern mit unserer Schildkröte. Und schildkrötentypisch bewegten wir uns demnach im Zeitlupentempo durch Lingen. Jedem wurde ein Ort zugeteilt, an dem er ca. 15 Minuten lang spaziert, um dann 5 Minuten lang einen Text zu schreiben. Ohne stoppen sollte notiert werden, was ihm/ihr so begegnet ist. Ich hatte mir den Brutto* am Bahnhof vorgenommen. Auf dem Parkplatz übte ich noch kurz das Laaaaaaangsamgehen und dann gings ab durch die automatische Schiebetür, vorbei am Schild „Wir suchen Aushilfen auf 325€-Basis“, rein in die Gemüseabteilung, die den Kunden/der Kundin in eine Art Marktatmosphäre, durch lieblos hingefeuerte Holzkisten, in denen Obst und Gemüse reingepfeffert wurden, bringen sollte. Rechts von mir sortierte ein uniformierter Mann sorgfältigst die Brote und Brötchen, mit einer ruppigen (ich möchte schon fast sagen -wichtigtuerischen-) Art und Weise. Links eine in blau gekleidete blonde Frau, die, glaube ich, Hobby-Gemüsebeurteilerin ist und daher ganz konzentriert die Ware begutachtete. Gemüseabteilungen im Supermarkt bieten sich aber auch geradezu an, dass alles doppelt angegrabbelt wird. In diesem Fall waren die Avocados dran, die alle (!) nach und nach begrabscht und gedrückt wurden, um auch wirklich die Beste zu erwischen. Auch so markttypisch: Frauen mittleren Alters begegnen sich mit ihren Körbchen und zwischen Äpfel-aussuchen und Kräuter-beschnuppern wird der neuste Kleinstadt-Tratsch ausgetauscht. Die Lisa* käme ja am Wochenende auch mal wieder zu Besuch und hach, hier steht ja auch auf dem Einkaufszettel: „Blumen für Lisa! Hahaha!“ Nach dem das auch geklärt war wurde sich vorerst verabschiedet, bevor man sich nicht mehr sieht. Bei der Milchabteilung kramte eine Frau nervös nach einem Joghurt. Jeder Karton wurde genau überprüft, aber die Lieblingsorte schien nicht dabei gewesen zu sein. Mist. Eine andere Frau stand ebenfalls vorm Kühlregal für Milchprodukte. Hin und wieder blickte sie mich scheu an. Ihr war es nicht ganz geheuer, in welchem Tempo ich durch das Geschäft streifte und mich dabei nicht einmal für die Ware zu interessieren schien. Das tat mir unendlich Leid. Ich wollte wahrlich niemanden verschrecken. Deswegen war es mir fast unangenehm, dass ich beim Kühlregal für Fertiggerichte auf eben diese Frau ein weiteres Mal stieß. Die Nervosität war ihr ins Gesicht geschrieben. Laut las sie die Zutaten einer Tiefkühl-Paella vor und blickte immer wieder „unauffällig“ in meine Richtung, um zu prüfen, wann ich denn endlich vorbei sei. Ich hätte ihr gerne den Gefallen getan, einfach schnell vorbeizugehen, aber das war einfach nicht drin. Ich musste im Schildkrötentempo bleiben. In der Süßigkeitenabteilung traf ich auf einen Jungen, der auf einer Bierkiste stehend, sämtliche Kartons aus den Regalen vorzog, um das, was sich hinter den Kisten befindet, was für den normalen Kunden nicht sichtbar war, hervorzupicken und schwungvoll in den Korb zu werfen. Als er mich langsam durch den Gang schleichen sah, hatte sein Gesicht den Ausdruck, als hätte ich ihn bei etwas sehr geheimnisvollen erwischt. Was verbirgt sich hinter diesen Kisten? Ohne dem mehr Aufmerksamkeit zu schenken, beendete ich meinen kleinen Ausflug an der übervollen Kasse. Die Frau mit der Tiefkühl-Paella war auch da. Sie schien erleichtert, als ich mich in einem menschlichen Tempo an der Warteschlange vorbeidrängelte.

Also Freunde, ich kann nur sagen: Macht das auch mal. Nehmt euch die Zeit, schnappt euch eine Schildkröte und betrachtet das Geschehen auf den Straßen, in den Läden, als würdet ihr nicht dazu gehören. Es ist wirklich zauberhaft.

Ich umarme euch frühlingshaft!!

Eure Julika Tulipa

Soundtrack der aktuellen Stunde Feist „The Reminder“ (jaja, mal wieder)

*Namen von der Redaktion geändert