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Schildkrötenspaziergang « Julika

Schildkrötenspaziergang

Hallo Welt!

Der Frühling kehrt ein, ist das nicht schön? Prompt ist auch der Schnee von meinem Blog verschwunden. Die Sonne scheint, die Vögel piepen -das schreit doch förmlich nach einem ganz entspannten Spaziergang. Im Rahmen des Moduls „Kreatives Schreiben“ durften wir einen gemütlichen Spaziergang machen, aber nicht alleine, sondern mit unserer Schildkröte. Und schildkrötentypisch bewegten wir uns demnach im Zeitlupentempo durch Lingen. Jedem wurde ein Ort zugeteilt, an dem er ca. 15 Minuten lang spaziert, um dann 5 Minuten lang einen Text zu schreiben. Ohne stoppen sollte notiert werden, was ihm/ihr so begegnet ist. Ich hatte mir den Brutto* am Bahnhof vorgenommen. Auf dem Parkplatz übte ich noch kurz das Laaaaaaangsamgehen und dann gings ab durch die automatische Schiebetür, vorbei am Schild „Wir suchen Aushilfen auf 325€-Basis“, rein in die Gemüseabteilung, die den Kunden/der Kundin in eine Art Marktatmosphäre, durch lieblos hingefeuerte Holzkisten, in denen Obst und Gemüse reingepfeffert wurden, bringen sollte. Rechts von mir sortierte ein uniformierter Mann sorgfältigst die Brote und Brötchen, mit einer ruppigen (ich möchte schon fast sagen -wichtigtuerischen-) Art und Weise. Links eine in blau gekleidete blonde Frau, die, glaube ich, Hobby-Gemüsebeurteilerin ist und daher ganz konzentriert die Ware begutachtete. Gemüseabteilungen im Supermarkt bieten sich aber auch geradezu an, dass alles doppelt angegrabbelt wird. In diesem Fall waren die Avocados dran, die alle (!) nach und nach begrabscht und gedrückt wurden, um auch wirklich die Beste zu erwischen. Auch so markttypisch: Frauen mittleren Alters begegnen sich mit ihren Körbchen und zwischen Äpfel-aussuchen und Kräuter-beschnuppern wird der neuste Kleinstadt-Tratsch ausgetauscht. Die Lisa* käme ja am Wochenende auch mal wieder zu Besuch und hach, hier steht ja auch auf dem Einkaufszettel: „Blumen für Lisa! Hahaha!“ Nach dem das auch geklärt war wurde sich vorerst verabschiedet, bevor man sich nicht mehr sieht. Bei der Milchabteilung kramte eine Frau nervös nach einem Joghurt. Jeder Karton wurde genau überprüft, aber die Lieblingsorte schien nicht dabei gewesen zu sein. Mist. Eine andere Frau stand ebenfalls vorm Kühlregal für Milchprodukte. Hin und wieder blickte sie mich scheu an. Ihr war es nicht ganz geheuer, in welchem Tempo ich durch das Geschäft streifte und mich dabei nicht einmal für die Ware zu interessieren schien. Das tat mir unendlich Leid. Ich wollte wahrlich niemanden verschrecken. Deswegen war es mir fast unangenehm, dass ich beim Kühlregal für Fertiggerichte auf eben diese Frau ein weiteres Mal stieß. Die Nervosität war ihr ins Gesicht geschrieben. Laut las sie die Zutaten einer Tiefkühl-Paella vor und blickte immer wieder „unauffällig“ in meine Richtung, um zu prüfen, wann ich denn endlich vorbei sei. Ich hätte ihr gerne den Gefallen getan, einfach schnell vorbeizugehen, aber das war einfach nicht drin. Ich musste im Schildkrötentempo bleiben. In der Süßigkeitenabteilung traf ich auf einen Jungen, der auf einer Bierkiste stehend, sämtliche Kartons aus den Regalen vorzog, um das, was sich hinter den Kisten befindet, was für den normalen Kunden nicht sichtbar war, hervorzupicken und schwungvoll in den Korb zu werfen. Als er mich langsam durch den Gang schleichen sah, hatte sein Gesicht den Ausdruck, als hätte ich ihn bei etwas sehr geheimnisvollen erwischt. Was verbirgt sich hinter diesen Kisten? Ohne dem mehr Aufmerksamkeit zu schenken, beendete ich meinen kleinen Ausflug an der übervollen Kasse. Die Frau mit der Tiefkühl-Paella war auch da. Sie schien erleichtert, als ich mich in einem menschlichen Tempo an der Warteschlange vorbeidrängelte.

Also Freunde, ich kann nur sagen: Macht das auch mal. Nehmt euch die Zeit, schnappt euch eine Schildkröte und betrachtet das Geschehen auf den Straßen, in den Läden, als würdet ihr nicht dazu gehören. Es ist wirklich zauberhaft.

Ich umarme euch frühlingshaft!!

Eure Julika Tulipa

Soundtrack der aktuellen Stunde Feist „The Reminder“ (jaja, mal wieder)

*Namen von der Redaktion geändert

2 Responses to “Schildkrötenspaziergang”


  • Ganz großes Kino!

    Unglaublich lesenswerte Schilderung der “Leute”. Ich kann mir vorstellen, wie verunsichert sie waren, als du in unterirdischem Tempo vorbeispaziert bist, wie sie sich bei ihren ganz alltäglichen Nichtig- und Sonderbarkeiten ertappt fühlten. Wie sie doch nur Einkaufen und mal wieder das Obst angrabbeln wollten und dann unvorbereitet eine kurzfristige Realitätsverschiebung erlebten, die sie sich, immer noch ein wenig verwirrt, wenn nicht sogar nachhaltig beunrihigt, zuhause, auf Arbeit oder beim Frisör von der Seele reden. Irgendeiner wird dann sicher auf die Idee kommen, dass das so’n ausgeflipptes Ding von den jungschen Menschen mit dem ulkigen Studiengang ist. Und nach einem Kopfschütteln und Augenrollen ist dann alles wieder gut.

    Der beste Popcorn-Text bisher! Julika, der freundliche Zombie :)

    Liebe Grüße

  • die eine FreundinNo Gravatar

    an und pfirsich. zur spaßkasse. und zum bleistift.

    jule, wir müssen reden.

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